Smalltalk in Industrie und Ausbildung
STIA-96

Ilmenau/Suhl, 25.-26. September 1996


Peter Lockemann

Prof. Dr.-Ing. Peter Lockemann, Jahrgang 1935, studierte Nachrichtentechnik an der damaligen Technischen Hochschule München und promovierte dort 1963. Anschließend verbrachte er 7 Jahre am California Institute of Technology als Research Fellow, später Senior Research Fellow in Information Science. Von 1970 bis 1972 war er leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der GMD in Bonn. Seit 1972 ist er o.Professor für Informatik an der Universität Karlsuhe, seit 1985 zugleich einer der Vorstände des Forschungszentrums Informatik an der Universität Karlsruhe (FZI). Er hat außerdem mehrfach Gastprofessuren an Universitäten der USA und Beraterfunktionen bei Wirtschaft und Ministerien wahrgenommen.

Seine Arbeitsschwerpunkte liegen bei Datenbanksystemen für industrielle Anwendungen, insbesondere CAD, CAM, CASE. Der Nachdruck liegt hierbei auf objektorientierten Realisierungstechniken sowie auf Wertschöpfungskomponenten für alle Arten von technischen Datenbankanwendungen. In jüngerer Zeit beschäftigt er sich allgemein mit verteilten datenintensiven Anwendungen und in diesem Zusammenhang mit der Integration individueller Datenbank- und Telekommunikationstechniken und mit der Kooperation im Netz.

Er ist Autor von 4 Lehrbüchern (darunter eines über Telekommunikation und Datenhaltung) und von mehr als 100 wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie Mitherausgeber mehrerer Tagungs- und Sammelbände und hat zahlreiche Forschungsprojekte gemeinsam mit der Industrie durchgeführt. Er ist Mitglied zweier DFG-Sonderforschungsbereiche und eines Graduiertenkollegs.

Prof. Lockemann ist Mitglied der IEEE Computer Society, der Association for Computing Machinery (ACM) und der Gesellschaft für Informatik. Er war über 10 Jahre Nationaler Vertreter in der IFIP TC8 (Informationssysteme) und ist derzeit Präsident der VLDB Endowment, Inc. Er ist Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft und gehört dem Gutachtergremium mehrerer DFG-Schwerpunktprogramme an.


Objektorientierung: Ausweg aus dem skalierten Chaos?

Die Technologieentwicklung im Netz- und Rechnerbereich deutet in eine Richtung, die sich mit den Schlagworten "allgegenwärtiges Rechnen","Telepräsenz" und "das Netz als globale Datenbank" umschreiben lassen. Angesichts der ungeheuren Zahl an Knoten und Funktionen kann diese Entwicklung sehr schnell in ein Chaos abgleiten, wenn die Informationsgesellschaft nicht mit organisatorischen Maßnahmen eingreift. Der Vortrag geht von der Prämisse aus, daß Agentengesellschaften einen sanften derartigen Eingriff erlauben und daß Objektorientierung eine tragfähige und vielversprechende technische Basis für solche Gesellschaften darstellt.

Der Vortrag diskutiert anhand dreier Ansätze der eigenen Arbeitsgruppe zur Interoperabilität, Objektifizierung und Objektkoordination, welche Aufgaben sich für die Objektorientierung stellen und wie man ihnen mit heutigen Mitteln begegnen kann.


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