Sie wird erwachsen, die STJA. Das ist nicht zu übersehen. Im Jahre 1995 aus der Technischen Universität Ilmenau heraus entstanden und zunächst in direkter Nachbarschaft zu Goethes "Gipfeln" ausgetragen, hat sie sich von dieser romantischen und heimeligen, aber eben auch schlecht erreichbaren Geburtsstätte in die pulsierende, sichtbar aufblühende Metropole Thüringens gewagt, um dort, in diesem Jahr zum ersten Mal, die noble und geräumige Messe zu bevölkern. Spontan ist sie, impulsiv, manchmal sogar ein wenig anarchistisch, aber eben auch innovativ, jung, modern und ohne Scheuklappen. Jeder ist willkommen und viele fühlen sich wohl. Die Industrie fühlt sich ebenso angezogen, wie die Nutzer und die Forscher. Und sie reden sogar miteinander. Manchmal noch zaghaft, aber immer öfter. Kooperationen entstehen - manchmal sogar erfolgreiche.
Sie wird solide, die STJA. Seit diesem Jahr sind den Initiatoren die Grundlagen für die notorischen Magengeschwüre genommen: das dauernde, oft bis in die Nachbereitung der STJA hinein kontinuierlich präsente Gespenst der Unterdeckung ist vertrieben: Thüringen hat das in seinem Land entstandene Kind aufgenommen, quasi die Patenschaft übernommen. Damit ist die Basisfinanzierung sichergestellt. Bleibt abzuwarten, ob den Initiatoren diese Kur bekommt oder ob sie dadurch rund und bequem werden.
Sie entwickelt sich, die STJA. In diesem Jahr gibt es eine Vielzahl hochaktueller Tutorials und eingeladener Vorträge. Sie werden von renommierten Experten aus dem In- und Ausland, aus Industrie und Wissenschaft abgehalten. Dazu gibt es das gewohnte wissenschaftliche Programm, welches sich aus einer bunten Mischung aus Forschungs- und Industriebeiträgen zusammensetzt. Erstmals wurden aber auch autonome Blöcke integriert: das hervorragend aufgenommene internationale Symposium "Generative and Component-Based Software Engineering (GCSE)", welches von den Herren Eisenecker und Czarnecki vorgeschlagen und überaus erfolgreich in die Tat umgesetzt wurde und der mit viel Engagement von Herrn Reschke ins Leben gerufene, auf eingeladenen Vorträgen beruhende Workshop "Multimediale Informations- und Kommunikationssysteme (MIK)".
Insgesamt gingen knapp 80 Beiträge bei den verschiedenen Verantwortlichen ein, von denen rund ein Drittel akzeptiert werden konnte. Auch diese Zahlen belegen, dass die STJA wissenschaftlich ihren Weg gegangen ist, eine starke Akzeptanz in der angewandten Forschung gefunden hat.
Es gäbe noch viel zu erwähnen, vielen Engagierten wäre noch zu danken. Aber wir wissen, dass es ganz im Sinne dieser Leute ist, sich nicht auf das Bedanken zu konzentrieren, sondern auf das, worauf sie hingearbeitet haben: die STJA. Tauchen Sie ein, lassen Sie sich betören und anregen. Regen Sie an, werden Sie aktiv, gestalten Sie mit. Das wäre das größte Lob und die willkommenste Anerkennung für alle, die aktiv an dieser STJA mitgewirkt haben!