Die Einführung des EURO hat
es bereits deutlich gemacht und der Beginn des nächsten Jahrtausends
wird diesen Eindruck noch ver- schärfen: Viele im Einsatz befindliche
Softwarepakete sind so sehr in die Jahre gekommen, daß ihr weiterer
Einsatz nicht mehr verantwortet werden kann. Dies haben viele
Unternehmen, insbesondere in den letzten Monaten, schmerzvoll
registrieren müssen. Für viele Verantwortliche stellt sich die
Frage nach einem adäquaten Ersatz, insbesondere vor dem Hintergrund,
daß die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, daß Software wesentlich
länger lebt als man ursprünglich glaubte. Gleichwohl objektorientierte
Techniken und Methoden aus gutem Grund i.d.R. als beste Option
für Neu- oder Weiterentwicklungen angesehen werden, ist ihr
Einsatz dennoch mit erheblichen Heraus- forderungen
verbunden. Welche Programmiersprache soll gewählt werden? Während
Java eine Reihe von Vorteilen verspricht, bleiben Zweifel an
der Reife und Stabilität gegenwärtiger Implementierungen. Ähnliches
gilt für die Standardisierung von Modellierungssprachen. Während
die einen voll des Lobes über UML sind, gibt es nicht wenige
Kritiker, die UML u.a. wegen der fehlenden formalen Basis für
zu unausgereift und widersprüchlich halten.
Schaut man schließlich in Richtung verteilter
Arbeitsumgebungen/ Middleware, so stößt man hier mit CORBA auf ähnliche Probleme:
überzeugenden Konzepten stehen in der Praxis Inkompatibilitäten und Effizienzprobleme
gegenüber.
Die STJA setzt hier an. Gedacht
als Forum für Wissenschaft und Industrie bemüht sie sich vor
allem um den Wissenstransfer - nicht nur aus der Hoch- schule
in die Industrie, sondern auch umgekehrt. Der Wissenschaft
soll der enge Bezug zur Praxis erhalten bleiben bzw. vermittelt
werden, der Industrie sollen die konzeptionellen Grenzen und
Fähigkeiten neuer Technologien vermittelt werden. Lebhafte
Diskussionen sind das Ziel, nicht die Diskussion elitärer
Insellösungen für noch zu schaffende Probleme. Dieses Konzept
ist in der Vergangenheit mit großer Begeisterung aufgenommen
worden und soll auch so fortgesetzt werden. Diesem Anspruch
entsprechend gehören zu den Zielgruppen der Tagung industrielle
Anwender und Anbieter objektorientierter Technologien ebenso
wie Wissenschaftler und Studierende.
Der Schwerpunkt der Konferenz liegt auf Konzepten und Technologien
im Allgemeinen sowie auf dem Einsatz von objektorientierten
Sprachen wie Smalltalk und Java im Besonderen. Es ist das
Ziel der Tagung, eine offene und kritische Auseinandersetzung
mit aktueller objektorientierter Technologie/Softwareentwicklung
sowie mit den Einsatzbedingungen verschiedener Smalltalk-
und Java-Systeme zu fördern.
Die STJA setzt sich in diesem Jahr aus einer Reihe von Blöcken zusammen, um dem
wachsenden Bedürfnis nach Schwerpunkten entgegen kommen zu können. Die ersten drei
Veranstaltungen werden durch diesen Call for Papers abgedeckt, während für das Symposium
ein eigener existiert. der von der Webseite
(http://www-stja.transit-online.de/gcse)
abgerufen werden kann.
Themenschwerpunkte
| 5. Fachkonferenz Smalltalk und Java
in Industrie und Ausbildung (STJA) |
|
(http://www-stja.transit-online.de/stja) |
Die Tagung soll ein breites Forum für die
Präsentation und Diskussion von Themen bieten, die wissenschaftlich reizvolle Aspekte
aufweisen, aber auch von Bedeutung für die Praxis sind. Es ist u.a. an folgende Themen
gedacht-
- Objektorientierte Modellierung
- Modellierungsmethoden und -sprachen (UML, OML)
- Nutzung von Entwurfsmustern
- Entwurf und Nutzung von Frameworks
- Komponententechnologie
- Anwendungen von Java und Smalltalk Frameworks
(wie San Francisco, Bolero, usw.)
- Java und Smalltalk: Erfahrungen in industriellen Projekten
und in der Lehre
- Objektorientierte und objektrelationale
Datenbank-Managementsysteme
- Entwurf und Realisierung verteilter objektorientierten
Systeme
- Objektorientierte CASE-Werkzeuge
- Qualitätssicherung in Softwareprojekten
- Agententechnologien und Softwareentwicklung
| 5. Workshop Multimediale
Informations- und Kommunikationssysteme (MIK) |
|
(http://www-stja.transit-online.de/mik) |
- Internet/Intranet Anwendungen
- Internet und Elektronische Märkte
- Sicherheit in Netzen
- Multimediasysteme und -werkzeuge
- Information Retrieval in verteilten Systemen
Dieser Workshop soll künftig die STJA-Konferenzen um die
Aspekte netzbasierter Systeme ergänzen. Die thematische Breite reicht von der
Realisierung wichtiger Dienste, wie beispielsweise den Sicherheits- architekturen, dem
Information Retrieval und den Darstellungsmöglichkeiten von Informationen bis zu
Anwendungen wie Electronic Commerce, Lehr- und Lernsystemen, HelpDesk-Systemen und den
entsprechenden objektorientierten Software-architekturen unter Berücksichtigung von
Verteilungsaspekten. Außerdem sind Werkzeuge zur Entwicklung solcher Anwendungen in das
Themenfeld aufgenommen worden.
| 1. Workshop Neue Medien in Forschung
und Lehre (NMFL) |
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(http://www-stja.transit-online.de/nmfl) |
- Computer Based Training (CBT)
- Virtuelle Realität, Virtual Prototyping
- Virtuelles Studio
- 3D-Visualisierung
- Interaktion in digitalen Audio-/Videosequenzen
- DVD (Digital Versatile Disc)
Virtuelle Darstellungsformen und neue, leistungsfähigere
Speicher- und Wiedergabemedien ermöglichen es, neue Wege bei der Visualisierung komplexer
Zusammenhänge zu beschreiten. Die Rede ist vom "Edutainment" als Illustration
neuer Ansätze bei der Wissensvermittlung.
Anliegen des Workshops ist es, ein Diskussionsforum zu schaffen, auf welchem die
unterschiedlichen Aspekte dieser Problematik dargestellt und Ein- und Ausblicke in
praktische Realisierungen gegeben werden können.
Informationen für Autoren
Beiträge
Um einen regen Austausch zwischen unterschiedlichen Sichten auf die Themen der Tagung zu
ermöglichen, sind Beiträge von Wissenschaftlern und Praktikern erwünscht.
Um den unterschiedlichen Ansprüchen dieser Gruppen entgegenzukommen, sind zwei Arten von
Beiträgen vorgesehen:
- Wissenschaftliche Beiträge (ca. 10 DIN A4-Seiten)
- Praxisberichte (3-6 DIN A4-Seiten)
Wissenschaftliche Beiträge sollten dabei dem Anliegen der
Tagung Rechnung tragen, indem explizit auf die praktische Relevanz des jeweiligen Themas
eingegangen wird. Umgekehrt ist von den Praxisberichten erwünscht, offene Probleme und
sich daraus ggf. ergebende Anforderungen an die Forschung deutlich zu machen.
Die Beiträge können entweder per e-mail (akzeptierte Versionen: Postscript Level 2, MS
Word, Framemaker) oder in fünffacher Ausfertigung auf Papier an folgende Adresse
eingereicht werden.
Prof. Rainer Unland
Universität-Gesamthochschule Essen
Fachbereich 6 (Mathematik und Informatik)
Schützenbahn 70
45127 Essen
Tel.: +49 (0) 201-1833421
Fax: +49 (0) 201-1832419
e-mail: unlandr@informatik.uni-essen.de
Die angenommenen Beiträge werden auf CD ROM
veröffentlicht. |