STJA 99
 

Intention

Die Einführung des EURO hat es bereits deutlich gemacht und der Beginn des nächsten Jahrtausends wird diesen Eindruck noch ver- schärfen: Viele im Einsatz befindliche Softwarepakete sind so sehr in die Jahre gekommen, daß ihr weiterer Einsatz nicht mehr verantwortet werden kann. Dies haben viele Unternehmen, insbesondere in den letzten Monaten, schmerzvoll registrieren müssen. Für viele Verantwortliche stellt sich die Frage nach einem adäquaten Ersatz, insbesondere vor dem Hintergrund, daß die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, daß Software wesentlich länger lebt als man ursprünglich glaubte. Gleichwohl objektorientierte Techniken und Methoden aus gutem Grund i.d.R. als beste Option für Neu- oder Weiterentwicklungen angesehen werden, ist ihr Einsatz dennoch mit erheblichen Heraus-   forderungen verbunden. Welche Programmiersprache soll gewählt werden? Während Java eine Reihe von Vorteilen verspricht, bleiben Zweifel an der Reife und Stabilität gegenwärtiger Implementierungen. Ähnliches gilt für die Standardisierung von Modellierungssprachen. Während die einen voll des Lobes über UML sind, gibt es nicht wenige Kritiker, die UML u.a. wegen der fehlenden formalen Basis für zu unausgereift und widersprüchlich halten.
Schaut man schließlich in Richtung verteilter Arbeitsumgebungen/ Middleware, so stößt man hier mit CORBA auf ähnliche Probleme: überzeugenden Konzepten stehen in der Praxis Inkompatibilitäten und Effizienzprobleme gegenüber.
Die STJA setzt hier an. Gedacht als Forum für Wissenschaft und Industrie bemüht sie sich vor allem um den Wissenstransfer - nicht nur aus der Hoch- schule in die Industrie, sondern auch umgekehrt. Der Wissenschaft soll der enge Bezug zur Praxis erhalten bleiben bzw. vermittelt werden, der Industrie sollen die konzeptionellen Grenzen und Fähigkeiten neuer Technologien vermittelt werden. Lebhafte Diskussionen sind das Ziel, nicht die Diskussion elitärer Insellösungen für noch zu schaffende Probleme. Dieses Konzept ist in der Vergangenheit mit großer Begeisterung aufgenommen worden und soll auch so fortgesetzt werden. Diesem Anspruch entsprechend gehören zu den Zielgruppen der Tagung industrielle Anwender und Anbieter objektorientierter Technologien ebenso wie Wissenschaftler und Studierende.
Der Schwerpunkt der Konferenz liegt auf Konzepten und Technologien im Allgemeinen sowie auf dem Einsatz von objektorientierten Sprachen wie Smalltalk und Java im Besonderen. Es ist das Ziel der Tagung, eine offene und kritische Auseinandersetzung mit aktueller objektorientierter Technologie/Softwareentwicklung sowie mit den Einsatzbedingungen verschiedener Smalltalk- und Java-Systeme zu fördern.
Die STJA setzt sich in diesem Jahr aus einer Reihe von Blöcken zusammen, um dem wachsenden Bedürfnis nach Schwerpunkten entgegen kommen zu können. Die ersten drei Veranstaltungen werden durch diesen Call for Papers abgedeckt, während für das Symposium ein eigener existiert. der von der Webseite  

(http://www-stja.transit-online.de/gcse) abgerufen werden kann.

Themenschwerpunkte

5. Fachkonferenz Smalltalk und Java in Industrie und Ausbildung (STJA)
    (http://www-stja.transit-online.de/stja)

Die Tagung soll ein breites Forum für die Präsentation und Diskussion von Themen bieten, die wissenschaftlich reizvolle Aspekte aufweisen, aber auch von Bedeutung für die Praxis sind. Es ist u.a. an folgende Themen gedacht-

  • Objektorientierte Modellierung
  • Modellierungsmethoden und -sprachen (UML, OML)
  • Nutzung von Entwurfsmustern
  • Entwurf und Nutzung von Frameworks
  • Komponententechnologie
  • Anwendungen von Java und Smalltalk Frameworks
    (wie San Francisco, Bolero, usw.)
  • Java und Smalltalk: Erfahrungen in industriellen Projekten und in der Lehre
  • Objektorientierte und objektrelationale Datenbank-Managementsysteme
  • Entwurf und Realisierung verteilter objektorientierten Systeme
  • Objektorientierte CASE-Werkzeuge
  • Qualitätssicherung in Softwareprojekten
  • Agententechnologien und Softwareentwicklung
5. Workshop Multimediale Informations- und Kommunikationssysteme (MIK)    
    (http://www-stja.transit-online.de/mik)
  • Internet/Intranet Anwendungen
  • Internet und Elektronische Märkte
  • Sicherheit in Netzen
  • Multimediasysteme und -werkzeuge
  • Information Retrieval in verteilten Systemen

Dieser Workshop soll künftig die STJA-Konferenzen um die Aspekte netzbasierter Systeme ergänzen. Die thematische Breite reicht von der Realisierung wichtiger Dienste, wie beispielsweise den Sicherheits- architekturen, dem Information Retrieval und den Darstellungsmöglichkeiten von Informationen bis zu Anwendungen wie Electronic Commerce, Lehr- und Lernsystemen, HelpDesk-Systemen und den entsprechenden objektorientierten Software-architekturen unter Berücksichtigung von Verteilungsaspekten. Außerdem sind Werkzeuge zur Entwicklung solcher Anwendungen in das Themenfeld aufgenommen worden.

1. Workshop Neue Medien in Forschung und Lehre (NMFL)
    (http://www-stja.transit-online.de/nmfl)
  • Computer Based Training (CBT)
  • Virtuelle Realität, Virtual Prototyping
  • Virtuelles Studio
  • 3D-Visualisierung
  • Interaktion in digitalen Audio-/Videosequenzen
  • DVD (Digital Versatile Disc)

Virtuelle Darstellungsformen und neue, leistungsfähigere Speicher- und Wiedergabemedien ermöglichen es, neue Wege bei der Visualisierung komplexer Zusammenhänge zu beschreiten. Die Rede ist vom "Edutainment" als Illustration neuer Ansätze bei der Wissensvermittlung.
Anliegen des Workshops ist es, ein Diskussionsforum zu schaffen, auf welchem die unterschiedlichen Aspekte dieser Problematik dargestellt und Ein- und Ausblicke in praktische Realisierungen gegeben werden können.

Informationen für Autoren

Beiträge
Um einen regen Austausch zwischen unterschiedlichen Sichten auf die Themen der Tagung zu ermöglichen, sind Beiträge von Wissenschaftlern und Praktikern erwünscht.
Um den unterschiedlichen Ansprüchen dieser Gruppen entgegenzukommen, sind zwei Arten von Beiträgen vorgesehen:

  • Wissenschaftliche Beiträge (ca. 10 DIN A4-Seiten)
  • Praxisberichte (3-6 DIN A4-Seiten)

Wissenschaftliche Beiträge sollten dabei dem Anliegen der Tagung Rechnung tragen, indem explizit auf die praktische Relevanz des jeweiligen Themas eingegangen wird. Umgekehrt ist von den Praxisberichten erwünscht, offene Probleme und sich daraus ggf. ergebende Anforderungen an die Forschung deutlich zu machen.

Die Beiträge können entweder per e-mail (akzeptierte Versionen: Postscript Level 2, MS Word, Framemaker) oder in fünffacher Ausfertigung auf Papier an folgende Adresse eingereicht werden.

Prof. Rainer Unland
Universität-Gesamthochschule Essen
Fachbereich 6 (Mathematik und Informatik)
Schützenbahn 70
45127 Essen
Tel.: +49 (0) 201-1833421
Fax: +49 (0) 201-1832419
e-mail: unlandr@informatik.uni-essen.de

Die angenommenen Beiträge werden auf CD ROM veröffentlicht.