NET.OBJECTDAYS 2000

1. vereinigte GI Fachtagung "Objektorientierte Programmierung für die vernetzte Welt" aus • JAVADAYS • STJA • JIT

Net.ObjectDays : Aktuelles : Presse Echo

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Presseecho

Bisher ist naturgemäß noch nicht viel über die Net.ObjectDays geschrieben worden, sie findet ja dieses Jahr in dieser Form zum ersten Mal statt.

Stellvertretend zitieren wir daher hier auch zwei Artikel über die JavaDays '99 bzw. die STJA'99 des letzten Jahres. Die Artikel nach Aktualität sortiert:


"5. Fachkonferenz zu Smalltalk und Java" (iX)

Aus iX 12/99, S.31, Kai Böllert (ka)

© 1999 Verlag Heinz Heise GmbH & Co KG, Hannover.

5. Fachkonferenz zu Smalltalk und Java

Automatisierung

Kai Böllert

Softwareentwicklung und -wartung - nicht nur in Smalltalk- und Java-Projekten - war Schwerpunkt der auf Objektorientierung ausgerichteten STJA '99 .

Herbstzeit, STJA-Zeit, mochten sich gut 400 an der Objektorientierung interessierte Softwareentwickler und IT-Manager gedacht haben und besuchten vom 28. bis 30. September die in Erfurt stattfindende 5. Fachkonferenz Smalltalk und Java in Industrie und Ausbildung (STJA, www-stja.transit-online.de).

Bereichert wurde die Konferenz durch den 5. Workshop Multimediale Informations- und Kommunikationssysteme (MIK) und das 1. internationale Symposium über generative und komponentenbasierte Softwareentwicklung (GCSE). Als Veranstalter hatten sich der STJA e.V., die tranSIT GmbH, die technische Universität Ilmenau, die Universität Koblenz-Landau und die Universität-Gesamthochschule Essen zusammengetan.

Wie seit der ersten Konferenz ermöglichten Sponsoren aus der Industrie Hochschulangehörigen die kostenlose Teilnahme. Erstmals beteiligte sich das Thüringer Wirtschaftsministerium an der Finanzierung, wodurch das neue Erfurter Messegelände als Veranstaltungsort genutzt werden konnte. Neben dem modernen Ambiente bot dies genügend Raum für die um 75 Prozent gestiegene Teilnehmerzahl und das umfangreiche Programm bestehend aus sieben eingeladenen Vorträgen (unter anderem von Jim Coplien und Adele Goldberg), vierzehn Kursen und über siebzig Fachvorträgen in bis zu fünf parallelen Themenreihen.

Schwerpunkt vieler Beiträge war die Softwareentwicklung und -wartung: Wie lassen sich die Entwicklung beschleunigen oder sogar (teil-)automatisieren, wie die Softwarequalität erhöhen und die Wartung vereinfachen? Wie sieht eine geeignete Werkzeugunterstützung aus?

Viele Praxistipps

Neben eher visionären Ansätzen, die eine teilweise Abkehr von der reinen objektorientierten Lehre verfolgten, gaben Experten konkrete praktische Tipps. Das Spektrum reichte vom Applikationsservereinsatz (Jörg Hettel) über Refaktorisierung (Kent Beck) bis hin zu Generatoren für Systemfamilien (Don Batory). Für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgten Transformationssysteme. Diese übersetzen eine Spezifikation automatisch in Programmcode und senken so, laut Ira Baxter, die Wartungskosten. Ein von der STJA '98 her bekanntes Beispiel ist Microsofts Intentional-Programming-Umgebung, die inzwischen dem Forschungsstadium entwachsen sein soll.

Wer erst am Anfang des langen Weges zum Experten steht, dem bot der GCSE Young Researchers Workshop Gelegenheit, seine Ideen und Arbeiten zu präsentieren und von einer mit Experten besetzten Runde kommentieren zu lassen. Gut besucht erwies sich dieses Konzept als vielversprechender Neuzugang.

Beinahe obligatorisch auf der STJA sind technische Beiträge zu Smalltalk und Java. Der Trend der letzten beiden Jahre zu einer stärkeren Java-Präsenz setzte sich nicht fort. Im Gegenteil, Berichte über Pocket Smalltalk (eine Entwicklungsumgebung für den PalmPilot (www.pocketsmalltalk.com) und multimediale Erweiterungen für die portable Smalltalk-80-Implementierung Squeak (www.squeak.org) erfreuten sich großen Zuspruchs.

Zum Erfolg der STJA hat nicht nur das gelungene, international besetzte Programm beigetragen, sondern auch die familiäre Atmosphäre. Ein Wiedersehen ist für September 2000 in Erfurt bereits in Planung. (ka)

 


"2. JavaDays in Düsseldorf" (iX)

Aus iX 11/99, S.14, Christian Kirsch (ck)

© 1999 Verlag Heinz Heise GmbH & Co KG, Hannover.

2. JavaDays in Düsseldorf

Wärmer fernsehen

Christian Kirsch

Klasse, nicht nur Masse, sollen die JavaDays für Entwickler attraktiv machen. So freuten sich die Veranstalter über ein Fünftel mehr Besucher und 50 % höheren Umsatz genauso wie über das Interesse an den wissenschaftlichen Vorträgen.

Seit letztem Jahr teilen sich Sun Microsystems und die Gesellschaft für Informatik (GI) die Verantwortung für die JavaDays: Sun kümmert sich um die Deutsche Java-Entwicklerkonferenz und die GI um die Java-Informationstage. Unterschiedliche Interessen der Veranstalter zeigten sich vor allem im Vortragsprogramm. Sun stellte im Wesentlichen Features und Geplantes rund um sein JDK vor, wobei viele Neuigkeiten seit der JavaOne [1] bekannt waren.

Auf der anderen Seite hatte sich die GI um wissenschaftlich anspruchsvolle Beiträge bemüht, die nicht alle in die Java-Euphorie einstimmten. So berichtete Karsten Spohr von der Universität Marburg über Möglichkeiten, den Bytecode-Verifizierer der JVM auszutricksen. Professor Müller-Schloer aus Hannover betonte den wissenschaftlichen Anspruch: Lieber habe man auf einen halben Track verzichtet, als Zweitklassiges anzubieten.

Suns `Chief Technology Officer' Greg Papadopoulos sprach in seiner Eröffnungsrede über die Zukunft des Netzes aus seiner Sicht. Er präsentierte einmal mehr die `Vision' vom Zusammenwachsen verschiedener Geräte und Dienste. Entwickler forderte er auf, nicht wegen mangelnder Bandbreite auf Projekte zu verzichten: `Don't bet against bandwidth.' Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Bandbreite wie Leistungsfähigkeit der Hardware schnell wachse. Seine Vermutung, in naher Zukunft schon würde die Art der Netzanbindung keine Rolle mehr spielen, weil xDSL, Kabelmodems, Satelliten, ISDN und so weiter gleichermaßen verfügbar und benutzbar seien, zeugte jedoch eher von Optimismus als von Kenntnis hiesiger Verhältnisse.

Chief Erewan Speaker

Etwas mehr über Suns Java-Pläne sollte das persönliche Gespräch mit Papadopoulos bringen. Dessen Ergebnisse hätten jedoch Radio Erewan alle Ehre gemacht: Die KVM, auf der JavaOne vor drei Monaten noch groß angekündigt, ist weiterhin `sehr interessant' (aber nicht offiziell verfügbar). Java und Linux - ebenfalls interessant, Sun helfe bekanntlich bei der Integration von Java Server Pages in den Apache. An eine JVM für Linux könne man unter Umständen mal denken. Das StarOffice-Portal komme, aber wann, was und wie blieb im Dunkeln.

Bei den 38 Ausstellern dominierten Anbieter von Dienstleistungen und Application-Servern. Von Java auf dem Desktop redet praktisch niemand, selbst NCs waren nicht zu sehen. ProSyst präsentierte einen Application Server, der gleichfalls als Jini-Server fungieren kann. Enterprise Java Beans sind offenbar allgemein als kommende Technik akzeptiert, werden aber im Gegensatz zu Werkzeugen für ihre Herstellung, Verwaltung und ihren Einsatz noch kaum verkauft. Borland gewährte einen Blick auf die Pre-Beta seiner zu 100 Prozent in Java geschriebenen IDE, die wohl PrimeTime heißen soll. IBM zeigte ausschließlich ihr San Francisco Framework, VisualAge für Java fehlte. NetBeans präsentierte die neueste Version seiner gleichnamigen Entwicklungsumgebung, die ebenfalls in Java geschrieben ist.

Vor der CeBIT hatte Suns Chef Scott McNealy eine JVM für Psions Betriebssystem EPOC angekündigt. Auf den JavaDays war sie zu sehen und samt SDK zu bekommen: Psion verkaufte Organizer mit integrierter JVM für knapp 800 DM. EPOC ist ein gemeinsamer Standard von Psion, Ericsson, Nokia und Motorola, und Java dürfte die Softwareentwicklung für Geräte dieser Hersteller vereinfachen. 3Com war ebenso abwesend wie deren auf der JavaOne zu Dumpingpreisen verkaufte Kombi aus PalmV und JVM. Auf den Sun-Ständen feierte man derweil Jini und die diversen Dienstleistungen der Firma.

Boomender Markt, zu viel Arbeit

Echte Jini-Anwendungen waren erwartungsgemäß nicht zu sehen, die Hoffnungen sind jedoch groß. So beschäftigte sich ein Vortrag mit dem Thema `Jini - ein guter Geist in der Gebäudetechnik', konnte jedoch noch keine greifbaren Ergebnisse vorstellen. Manche Ideen konnten jedoch nicht überzeugen. So glaubte ein Aussteller an den alles könnenden Fernseher, der nicht nur TV- und IP-Dienste bieten, sondern auch die Heizung steuern soll - all das natürlich dank Embedded Java. Selbst Fernsehsüchtigen dürfte es kaum plausibel erscheinen, dass sie bei defekter Glotze frieren müssen.

Dass der Java-Markt boomt, zeigt das Arbeitsangebot. Java-Programmierer sind immer noch schwer zu bekommen, und die GI-Professoren klagten, Doktoranden seien kaum noch zu finden. Viele Studenten brächen mittlerweile vor dem Diplom ab, wenn sie am Ende des Praktikums ein verlockendes Angebot bekommen.

Es ist schwer zu beurteilen, wie das Konzept der gemischten Tagung bei den Teilnehmern ankommt: Über Marketinglastigkeit der Sun-Vorträge gab es ebenso Klagen wie über zu komplizierte Beiträge im GI-Teil. Immerhin kamen in diesem Jahr mehr Besucher als zu den letzten JavaDays in Frankfurt, und beide Veranstalter wollen das Projekt im nächsten Jahr wiederholen. Das Datum steht noch nicht fest, Düsseldorf wird als Ort angestrebt. (ck)

Literatur

[1] Uwe Steinmüller, Christian Kirsch; Von Micro bis Enterprise; 4. JavaOne in San Franciso; iX 8/99, S. 10

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